Monatelange Vorbereitung, die Weltelite zu Gast und die eigenen Fans im Rücken:Für die deutschen Flag Football Nationalmannschaften beginnt heute die IFAF World Flag 2026 in Düsseldorf.
Vom 13. bis 16. August kämpfen jeweils 16 Frauen- und Männerteams um den Weltmeistertitel.
Austragungsort ist der Düsseldorf Flag Football Complex an der Bezirkssportanlage Koblenzer Straße in Düsseldorf-Garath. Auf drei Spielfeldern startet heute die Gruppenphase. Am Samstag folgen die K.-o.-Spiele, bevor am Sonntag die Medaillenentscheidungen fallen.
Für die beiden deutschen Nationalmannschaften ist die Heim-WM der Höhepunkt einer langen und intensiven Vorbereitung. Gleichzeitig bietet sich eine besondere sportliche Chance: In Düsseldorf werden die ersten direkten Startplätze für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vergeben.
Den Auftakt für Team Germany macht die deutsche Frauen Flag Nationalmannschaft unter Head Coach Jona Winkel. Heute um 9:15 Uhr auf Field 1 trifft Deutschland auf Mexiko. Die Mexikanerinnen führen die aktuelle IFAF-Weltrangliste an und reisen unter anderem als Siegerinnen der World Games 2025 nach Düsseldorf.
Mit Italien und Slowenien warten zwei weitere Gegner in Gruppe A. Die deutsche Auswahl geht als Nummer neun der Weltrangliste in das Turnier.
Hinter der Mannschaft liegen intensive Monate. Seit November kam das Team regelmäßig zu gemeinsamen Maßnahmen zusammen, hinzu kamen internationale Vergleiche, unter anderem in Panama. Am Mittwoch absolvierte die Mannschaft ihr letztes Training vor dem WM-Auftakt.
„Wir hatten eine lange und intensive Vorbereitung. Gestern hatten wir nochmal ein letztes Training und es war zu spüren, dass wir ready sind und alles, was wir investiert haben, jetzt endlich aufs Feld bringen wollen. Wir freuen uns unglaublich, vor heimischer Kulisse anzutreten und wollen diese historische Chance ergreifen und uns für die Olympischen Spiele qualifizieren“, betont Jona Winkel, Head Coach der Frauen Flag Nationalmannschaft.
Nur wenig später beginnt auch für die deutsche Männer Flag Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft. Das Team von Head Coach Said Salazar Déciga trifft heute um 10:30 Uhr auf Field 1 ebenfalls auf Mexiko. Mit der aktuellen Nummer drei der Weltrangliste wartet damit gleich zum Auftakt eines der international stärksten Teams.
In Gruppe C bekommt es Deutschland anschließend mit der Schweiz und Brasilien zu tun. Entsprechend wichtig wird es sein, von Beginn an ins Turnier zu finden und sich in der Gruppenphase eine gute Ausgangsposition für den weiteren WM-Verlauf zu erarbeiten.
Hinter dem deutschen Team liegt ein langer gemeinsamer Weg. In den vergangenen Monaten wurde nicht nur sportlich und taktisch gearbeitet. Für Salazar Déciga ging es ebenso darum, eine eigene Identität innerhalb der Mannschaft zu entwickeln. Auch unerwartete Herausforderungen in den letzten Wochen verlangten dem Team noch einmal Anpassungen ab. Nun sei die Arbeit getan, Playbook und Gameplans stehen und das Vertrauen in die gemeinsame Vorbereitung ist da.
„We have spent the last 15 months preparing for this opportunity, and I trust my players, I trust my coaches, and I trust the work we have done. Now it is time to play freely, compete and enjoy the opportunity to represent Germany on the biggest stage in our sport“, betont Salazar Déciga.
Dass ausgerechnet Mexiko zum Auftakt wartet, macht das erste Spiel für den Head Coach auch persönlich besonders. Mexiko prägte ihn als Spieler, Deutschland seinen Weg als Coach. Bei der Heim-WM treffen nun beide Teile seiner sportlichen Laufbahn aufeinander.
„Having those two parts of my life meet on the same field at a World Championship is something I will remember forever. But once the whistle blows, there will be no confusion. I am the Head Coach of Germany, and I am all in with my players.“
Die Ausgangslage seiner Mannschaft ordnet Salazar Déciga dabei bewusst realistisch ein. Deutschland geht nicht als Favorit in die Weltmeisterschaft – muss es aus Sicht des Head Coaches aber auch nicht.
„We don’t need to be the favorites. We just need to be ready when our opportunity comes.“
Für Team Germany gilt es nun, die Arbeit der vergangenen Monate unter Wettkampfbedingungen auf den Platz zu bringen.
Eine besondere Rolle könnte dabei die Unterstützung von den Rängen spielen. Insgesamt bietet die Anlage in Düsseldorf inklusive der temporär errichteten Tribünen Platz für bis zu 5.000 Zuschauerinnen und Zuschauer.
Michael Schwarzer, Geschäftsführer des AFVD und Leistungssportdirektor Flag Football, sieht in der Heimkulisse vor allem eine Chance.
„Uns ist natürlich bewusst, dass die Gastgeberrolle auch Druck erzeugen kann, aber darauf bereiten wir die Mannschaften seit zwei Jahren gezielt vor, dass sie diesen Druck als Privileg empfinden und daraus Kraft schöpfen, die aus dem Heimspiel auch wirklich einen Heimvorteil macht“, sagt Schwarzer.
Sportlich ist der erste Schritt klar definiert. Beide deutschen Mannschaften wollen die Gruppenphase überstehen und damit den Sprung unter die besten acht Teams der Welt schaffen. Von dort aus entscheidet die K.-o.-Phase über den weiteren Weg im Turnier.
Und dieser Weg kann weit über die Weltmeisterschaft hinausführen. Flag Football feiert 2028 in Los Angeles seine olympische Premiere. Die USA sind als Gastgeber bereits qualifiziert. In Düsseldorf sichern sich bei Frauen und Männern jeweils zwei weitere Nationen einen direkten Startplatz für LA28. Die Chance auf Olympia ist damit greifbar.
Tickets & Livestream
Die Tickets für die ersten drei Turniertage sind bereits vollständig vergriffen. Wer die IFAF World Flag 2026 noch live in Düsseldorf erleben möchte, hat aktuell nur noch für den Finaltag am Sonntag, 16. August, die Chance auf kostenpflichtige Tickets.
Alle Spiele der IFAF World Flag 2026 werden live auf dem YouTube-Kanal IFAFMEDIA übertragen. D.SPORTS zeigt alle Spiele mit deutscher Beteiligung sowie die Halbfinals und Finals mit deutschem Kommentar. Die Finalspiele laufen zusätzlich auf RTL+, DAZN überträgt alle Halbfinals und Medaillenspiele.
Nach Monaten der Vorbereitung beginnt für Team Germany nun das Turnier, auf das beide Mannschaften hingearbeitet haben. Mit der Unterstützung der eigenen Fans im Rücken geht es ab heute darum, Spiel für Spiel die eigene Leistung auf den Platz zu bringen und sich mit den besten Flag Football Nationen der Welt zu messen.
Foto: Bennet Hensse
