Im Gold Medal Game der IFAF Women’s European Championship musste sich Team Germany Gastgeber Finnland mit 0:6 geschlagen geben.
In einem intensiven und defensiv geprägten Finale in Vantaa kämpfte die deutsche Frauen Tackle Nationalmannschaft bis zur letzten Sekunde um den Europameistertitel. Am Ende entschied ein einziger Touchdown die Partie.
Direkt nach dem Abpfiff überwog zunächst die Enttäuschung. Zu nah war die Mannschaft am Titel, zu viel hatte sie in den vergangenen Monaten und Jahren für diesen Moment investiert.
Mit etwas Abstand rückte bei Head Coach Sebastian Ayernschmalz jedoch vor allem der Stolz auf das gemeinsam Erreichte in den Vordergrund.
„Wenn ich einige Stunden später auf unsere 45 Spielerinnen, unsere Coaches und unseren Staff schaue, bin ich vor allem eines: unglaublich stolz.“
Von Beginn an entwickelte sich im Myyrmäki Football Stadium eine enge Partie, in der beide Defenses das Geschehen bestimmten. Zur Halbzeit stand es 0:0, ehe Finnland im dritten Quarter der einzige Touchdown des Abends gelang. Die deutsche Auswahl blieb im Spiel und hatte weiterhin Möglichkeiten, die Partie zu drehen, konnte sich für ihren Einsatz jedoch nicht mit Punkten belohnen.
„Das ist brutal. Je mehr man investiert, je näher man dem Ziel kommt und je mehr Möglichkeiten man hatte, desto tiefer fällt man nach einer solchen Niederlage. Dieser Schmerz gehört gerade dazu“, beschreibt Ayernschmalz die ersten Stunden nach dem Finale.
Hinter der Silbermedaille steht ein langer gemeinsamer Weg. Spielerinnen, Coaches und Staff haben über den gesamten EM-Zyklus viel investiert und die Entwicklung der Mannschaft kontinuierlich vorangetrieben.
Der 22:7-Erfolg gegen Spanien und das 26:6 gegen Großbritannien in Coventry waren wichtige Stationen auf dem Weg nach Vantaa, wo die deutsche Frauen Tackle Nationalmannschaft schließlich erstmals in einem EM-Finale stand.
„Ich sehe keine Mannschaft, die gescheitert ist. Ich sehe Spielerinnen, die füreinander gekämpft haben. Ich sehe Coaches, die alles gegeben haben, und einen Staff, der im Hintergrund dafür gesorgt hat, dass wir überhaupt in dieser Situation stehen konnten“, betont Ayernschmalz.
Besonders wichtig ist Ayernschmalz dabei, auch diejenigen hervorzuheben, die abseits des Feldes einen entscheidenden Anteil an diesem Weg hatten.
Sein Dank gilt der gesamten deutschen Football-Community, die die Nationalmannschaft unterstützt und damit ihren Teil zu diesem Erfolg beigetragen hat. Besonders hebt Ayernschmalz Björn Werner und Patrick Esume hervor, die Team Germany mit erheblicher finanzieller Unterstützung zur Seite standen.
„Ich möchte Björn Werner und Patrick Esume ausdrücklich und von Herzen Danke sagen. Ihre massive finanzielle Unterstützung war für uns weit mehr als eine Zahl auf einem Konto. Sie war ein klares Zeichen: Wir glauben an diese Mannschaft. Wir wollen, dass diese Spielerinnen diese Chance bekommen.“
Ein besonderer Dank geht ebenso an Oli Duchene, Cheyenne Brajan und Nina Otten, die mit viel Zeit und Einsatz die Organisation der Spiele begleitet und im Hintergrund wichtige Voraussetzungen für die Mannschaft geschaffen haben.
Auch Oliver Duchene blickt nach dem Finale mit Stolz auf das Erreichte und die Entwicklung der vergangenen zwei Jahre zurück:
„Auch wenn das Ergebnis dieses Finales nicht das war, was wir uns erhofft hatten, bin ich mehr als stolz auf alle Spielerinnen, Trainerinnen und Trainer sowie alle Staffmitglieder der vergangenen zwei Jahre. Was diese Mannschaft und alle Beteiligten in dieser Zeit geleistet haben, verdient höchsten Respekt – gerade weil wir in den letzten zwei Jahren auch schwierige und turbulente Umstände gemeinsam gemeistert haben. Wir haben unser Programm konsequent ausgebaut und die Qualität auf allen Ebenen verbessert. Genau hier wollen wir weiter anknüpfen. Für den kommenden Zyklus denken wir bereits die nächsten Schritte – mit klarem Blick nach vorn.“, betont er.
Darüber hinaus gilt der Dank den Vereinen, Familien, Sponsoren, Fans und allen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern, die diesen Weg mitgetragen haben.
Mit dem Finale in Vantaa endet gleichzeitig ein persönliches Kapitel: Julia Stelzer absolvierte gegen Finnland ihr letztes Spiel für Team Germany. Für ihren Einsatz, ihre Zeit und alles, was sie der Frauen Tackle Nationalmannschaft gegeben hat, bedanken sich Team Germany und der AFVD und wünschen ihr für ihren weiteren Weg alles Gute.
Der AFVD gratuliert allen Spielerinnen, dem gesamten Coaching Staff und allen Beteiligten zur Vize-Europameisterschaft und bedankt sich bei allen, die Team Germany auf diesem besonderen Weg begleitet und unterstützt haben.
Foto: Bennet Henße
