American Football Verband Deutschland e.V.

Frauen Tackle Nationalmannschaft zieht ins EM-Finale ein

Mit dem 26:6-Erfolg gegen Großbritannien hat die deutsche Frauen Tackle Nationalmannschaft das Ticket für das Finale der IFAF Women’s European Championship gelöst. Doch wer nur auf das Ergebnis schaut, verpasst die eigentliche Geschichte hinter diesem Erfolg.

Schon in den Wochen der Vorbereitung war spürbar, dass hier etwas Besonderes zusammenwächst. Spielerinnen, Coaches, Staff, Offense, Defense und Special Teams arbeiteten mit großer Leidenschaft und Harmonie auf ein gemeinsames Ziel hin. Trotz der begrenzten gemeinsamen Zeit entstand eine Einheit, die sich auf und neben dem Feld aufeinander verlassen konnte.

Der Sieg gegen Großbritannien war letztlich das Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit. Die Mannschaft spielte diszipliniert, produzierte nur wenige Fehler und konnte sich erneut auf eine starke Defense verlassen. Die Verteidigung und Rückendeckung legte den Grundstein für den Erfolg und verschaffte der Offense die notwendige Sicherheit, um das neue System erfolgreich umzusetzen.

Für Head Coach Sebastian Ayerschmalz war jedoch nicht nur die sportliche Leistung entscheidend.

„Einer der besonderen Momente des gesamten Wochenendes spielte sich kurz vor dem Kickoff im Spielerinnentunnel ab. Die Mannschaft stand ein letztes Mal gemeinsam zusammen und sang als Team ein Lied – ein Moment, der den Zusammenhalt und die besondere Atmosphäre innerhalb der Nationalmannschaft widerspiegelte“, erklärt Ayernschmalz. 

Besonders stolz macht ihn dabei vor allem der gemeinsame Weg der vergangenen Monate: „Am meisten stolz bin ich darauf, dass wir die schwere Vorbereitung gemeinsam meistern konnten und nicht daran zerbrochen sind.“

Denn der Weg ins Finale war alles andere als selbstverständlich. Intensive Camps, organisatorische Herausforderungen und die Aufgabe, Spielerinnen aus unterschiedlichsten Vereinen zu einer funktionierenden Einheit zu formen, verlangten allen Beteiligten viel ab. Gerade deshalb hat dieser Erfolg für das gesamte Team eine besondere Bedeutung.

Eine wichtige Rolle spielten dabei auch die Menschen im Hintergrund. Während Spielerinnen und Coaches auf dem Feld im Mittelpunkt stehen, sorgen viele Helferinnen und Helfer dafür, dass ein Nationalmannschaftsprogramm überhaupt funktionieren kann.

Zum Organisations-MVP des Wochenendes wurde deshalb Nutrition Specialist Cheyenne Brajan gewählt. Mit großem Einsatz kümmerte sie sich um die Versorgung der Mannschaft und trug dazu bei, dass sich Spielerinnen und Staff vollständig auf ihre Aufgaben konzentrieren konnten.

Der Blick richtet sich nun bereits nach vorne. Mit einem weiteren Camp in Warendorf beginnt die unmittelbare Vorbereitung auf das Finale gegen Finnland im August, denn das große Ziel ist nun zum Greifen nah.

Gleichzeitig steht dieser Erfolg auch für die positive Entwicklung des Frauenfootballs in Deutschland. Besonders positiv wirkt sich dabei die hervorragende Arbeit der Vereine und Landesverbände aus, auf deren Qualität, Engagement und Erfahrung die Nationalmannschaft aufbauen kann. Was in den Camps sichtbar wird, zeigt sich ebenso an den Spieltagen: Die Leistungsdichte steigt, die Ausbildung wird besser und immer mehr Spielerinnen erreichen ein internationales Niveau.

Die wachsende Aufmerksamkeit für den Frauenfootball sowie die Leistungen der Spielerinnen selbst zeigen, dass der Sport zunehmend die Bühne erhält, die er verdient.

Die Nationalmannschaft möchte deshalb auch die Gelegenheit nutzen, um Danke zu sagen. Danke an alle Unterstützerinnen und Unterstützer, an die vielen Helferinnen und Helfer im Hintergrund, an Partner, Förderer und Spender:innen, die diesen Weg möglich machen. Ohne dieses Engagement wären die Erfolge der vergangenen Monate nicht denkbar gewesen.

Der Sieg gegen Großbritannien ist ein wichtiger Meilenstein. Vor allem aber ist er ein Zeichen dafür, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam an eine Vision glauben.

Nun wartet mit Finnland die letzte Herausforderung und die Chance, eine außergewöhnliche Reise mit dem größtmöglichen Erfolg abzuschließen. 

Foto: Bennet Henße