Vom 24. bis 26. September steht für die deutschen Jugend Flag Nationalmannschaften der internationale Saisonhöhepunkt an: Die IFAF European Youth Flag Football Championship im italienischen Lido delle Nazioni.
Team Germany ist in allen drei Wettbewerben vertreten: U15 Mixed, U17 Mädchen und U17 Jungs. Unterstützt werden die Teams dabei von der DKB als Partnerin des deutschen Flag Footballs.
Nach Gold und Silber bei der EM 2025 gehen die deutschen Teams mit unterschiedlichen Ausgangslagen, aber demselben großen Ziel in das Turnier. Die U15 Mixed reist als Titelverteidiger nach Italien, die U17 Mädchen als amtierender Vize Europameister. Die U17 Jungs gehen mit einem neu formierten Kader in die Europameisterschaft.
Für die EM wurden bei den beiden U17-Teams jeweils 15 Spielerinnen beziehungsweise Spieler nominiert. Der U15-Mixed-Kader umfasst 16 Athletinnen und Athleten – acht Mädchen und acht Jungen.
U15 Mixed: Titelverteidiger mit hohem Anspruch
Zwei Europameistertitel in Folge – kaum ein deutsches Nachwuchsteam reist mit einer vergleichbaren Bilanz zu einer Europameisterschaft wie die U15 Mixed. Head Coach Frank Grimm geht mittlerweile in sein viertes Jahr mit der U15 und sieht dabei nicht nur innerhalb seiner Mannschaft eine positive Entwicklung.
„Mittlerweile sind wir im vierten Jahr angekommen, und unser Qualitätsanspruch hat keinen Inch nachgelassen. Im Gegenteil: Die Entwicklung des Flag Footballs in Deutschland schafft inzwischen bessere Rahmenbedingungen, um wirklich an Nachwuchsleistungssport zu denken.“
Vor allem das Jugendländerturnier und das gestiegene Niveau der Landeskader hätten in diesem Jahr dazu beigetragen, die Arbeit der Nationalmannschaft noch gezielter über die Saison hinweg zu planen. Die Zusammenstellung des finalen EM-Kaders stellte das Trainerteam dennoch vor schwierige Entscheidungen.
„Die schwierigsten Entscheidungen sind dabei nicht die, wen wir mitnehmen, sondern wen wir zurücklassen müssen.“
Auch im Coaching-Staff gab es eine Veränderung. Nach dem Wechsel von Fabian Zeeb zur U17 verstärkt Dominik Christmann neu das U15-Team. Gemeinsam mit Defense Coach Peter Schick und dem übrigen Staff wurde in den vergangenen Monaten intensiv auf die Europameisterschaft hingearbeitet.
Für das Turnier in Italien formuliert Grimm einen klaren Anspruch:
„Unser Ziel ist eine Medaille. Unser Anspruch ist Gold. Aber Gold zu wollen bedeutet nicht, Gold zu erwarten. Wir wissen, dass dort andere sehr gute Teams stehen, die uns jeden Sieg bis zum letzten Pfiff streitig machen werden. Niemand schenkt uns etwas. Jeder einzelne Snap muss Meisterklasse von uns abfordern.“
U17 Mädchen: Mit Teamgeist zurück ins Finale
Bei der EM 2025 spielte sich die deutsche U17 der Mädchen bis ins Finale und sicherte sich die Silbermedaille. In Italien soll nun der nächste Angriff auf die europäische Spitze folgen.
Unter Head Coach Anja Treiber begann die Vorbereitung auf die neue EM-Saison bereits im Winter. Spielerinnen aus dem bisherigen Kader wurden ebenso frühzeitig eingebunden wie vielversprechende neue Talente.
„Wir sind mehr als zufrieden und sehr stolz auf die Entwicklung, die die Mädels genommen haben“,
betont Treiber.
Eine besondere Stärke sieht sie im Zusammenhalt der Mannschaft:
„Die herausragendste Eigenschaft unseres Teams ist mit Sicherheit, dass wir wirklich zu einer Art Familie zusammengewachsen sind. Die Spielerinnen unterstützen sich gegenseitig und arbeiten zusammen an unserem Ziel, im Finale zu stehen.“
Einen wichtigen Anteil an der Vorbereitung schreibt Treiber auch dem Team abseits des Feldes zu
„Unsere Walk-On Coaches, die Medics und die Film-Crew haben uns ermöglicht, das Maximum aus den Camps herauszuholen. Das ist Arbeit, die man selten sieht, aber einen großen Unterschied macht.“
U17 Jungs: Erfahrung trifft auf „junge Wilde“
Bei den U17 Jungs setzt Team Germany auf eine Mischung aus erfahrenen Spielern und neuen Talenten.
Nach dem letzten Camp nahm sich der Coaching-Staff um Head Coach Stephan Starcke bewusst zwei Wochen Zeit, um den endgültigen EM-Kader festzulegen. Viele Spieler lagen leistungsmäßig eng beieinander. Neben der individuellen Qualität spielte deshalb auch die passende Zusammensetzung der Mannschaft eine entscheidende Rolle.
Starcke beschreibt sein Team als Mischung aus „Veteranen“ und „jungen Wilden“. Einige Spieler bringen bereits Erfahrung aus der U17 oder U15 mit, andere stehen in Italien erstmals bei einer Jugend-Europameisterschaft im deutschen Kader.
Starcke richtet den Fokus dabei vor allem auf die eigene Leistung:
„Turniere haben immer ihre ganz eigenen Regeln. Wir wollen dabei aber immer versuchen, das zu kontrollieren, was wir kontrollieren können, und uns auf uns konzentrieren.“
Nach Monaten intensiver Vorbereitung beginnt für die drei deutschen Jugend Flag Nationalmannschaften nun die entscheidende Phase. Alle drei Teams reisen mit großen Ambitionen und dem Ziel nach Italien, sich mit Europas besten Nachwuchsmannschaften zu messen.
Die Erfolge der vergangenen Jahre zeigen, dass sich der deutsche Flag Football Nachwuchs in der europäischen Spitzengruppe etabliert hat. Bei der IFAF European Youth Flag Football Championship in Lido delle Nazioni soll diese Entwicklung fortgesetzt werden.
AFVD-Geschäftsführer Michael Schwarzer unterstreicht die Bedeutung des Turniers für die deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften:
„Wir sind stolz darauf, mit allen drei Nationalteams an den Start zu gehen und die größte Delegation aller teilnehmenden Nationen nach Italien zu entsenden.Neben jeweils drei Trainerinnen und Trainern sowie einem Teammanager pro Mannschaft begleiten uns zusätzlich zwei Ärzte und drei Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, um eine bestmögliche Betreuung unserer Athletinnen und Athleten sicherzustellen.“
Auch abseits des Teams wird der AFVD mit zusätzlichem Personal in Italien vertreten sein:
„Zur Unterstützung der Trainerteams reisen außerdem Bundestrainer Jona Winkel sowie Torsten Grom als Chef de Mission mit nach Italien. Beide können auf umfangreiche Erfahrungen aus zahlreichen Welt- und Europameisterschaften zurückgreifen und werden unsere Teams vor Ort entsprechend unterstützen. Darüber hinaus entsendet der AFVD mit drei Schiedsrichtern die maximal mögliche Anzahl an Officials zum Turnier und übernimmt hierfür die entstehenden Kosten. Für uns ist es wichtig, auch im Bereich des Schiedsrichterwesens international bestmöglich vertreten zu sein und unseren Officials die Möglichkeit zu geben, auf höchstem europäischen Niveau Erfahrungen zu sammeln. Damit schaffen wir sowohl auf als auch abseits des Spielfeldes bestmögliche Rahmenbedingungen und sind in allen wichtigen Bereichen stark vertreten. Wir wünschen der gesamten Delegation eine gute Reise und drücken unseren Athletinnen und Athleten die Daumen für ein erfolgreiches Turnier.“, erklärt Schwarzer.
Aktuelle Informationen zu den Kadern, dem Turnierplan sowie einem möglichen Livestream veröffentlicht der AFVD fortlaufend auf seinen Kanälen.
Foto: Bennet Henße / Autor: Laura Decker
